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1. Der Inhalt des Römerbriefes

1-11 Das Evangelium ist Gottes Kraft zur Rettung von jedem gläubigen Juden und Heiden, weil in ihm die Gerechtigkeit Gottes offenbart wird.

1,1-15 Briefeinleitung

1,1-7 Briefkopf (Verfasser, Empfänger, Gruß): Der Apostel Paulus allen Geliebten Gottes und berufenen Heiligen zu Rom Gnade und Friede. 

1,8-15 Dank und Fürbitte für die Römer: Die römische Gemeinde war in aller Welt bekannt. Das macht Paulus dankbar. Er wünscht und betet, daß er nach Rom kommen kann.

1,16-17 Dies ist eine gute Zusammenfassung der Heilslehre von Röm 1-11: "Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, ist es doch Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen. Denn Gottes Gerechtigkeit wird darin geoffenbart aus Glauben zu Glauben, wie geschrieben steht: 'Der Gerechte aber wird aus Glauben leben.'"

1,18-3,20 Alle Menschen, sowohl alle Heiden als auch alle Juden, sind unter der Sünde und damit dem Gericht Gottes verfallen.

1,18-32 Die Heiden sind unter der Sünde (vgl. 3,9). 

2,1-16 Gottes Gericht wird über Juden und Heiden gerecht ergehen: Wer Gute Werke tut, empfängt ewiges Leben, wer Schlechtes tut, Gottes Zorngericht.

2,1-3 Wer andere verurteilt, aber dasselbe tut, verdammt sich damit selbst.

2,4-11 Am Gerichtstag Gottes empfängt jeder nach seinen Werken, entweder ewiges Leben oder Gottes Zorngericht.

2,12-16 Alle Menschen, die sündigen, gehen mit oder ohne Gesetz verloren. Wenn wiedergeborene Heiden, ohne das Gesetz von Natur aus zu haben, es doch tun, sind sie sich selbst Gesetz.

2,17-3,20 Die Juden sind unter der Sünde (vgl. 3,9)

2,17-29 Ein das Gesetz übertretender beschnittener Jude verunehrt Gott, aber ein das Gesetz erfüllender äußerlich unbeschnittener Heide wird von Gott gelobt.

2,17-25 Ein beschnittener Jude, der zwar das Gesetz hat, es aber übertritt, verunehrt Gott und ist aus dem Bund der Beschneidung herausgefallen.

2,26-29 Ein unbeschnittener Heide, der das Gesetz erfüllt, gilt geistlich als beschnitten und wird von Gott gelobt.

3,1-9 Der Vorzug der Juden ist ihr Empfangen des Gotteswortes, zur Gerechtigkeit hilft ihnen das nichts.

3,9-20 Denn auch alle Juden stehen nach dem Urteil des Gotteswortes unter der Sünde und sind somit dem Tod verfallen.

3,21-5,21 Die Gerechtigkeit Gottes ist in Christus geoffenbart für die an ihn gläubigen Juden und Heiden unter Ausschluß der Gesetzeswerke.

3,21-26 Gott hat seine Gerechtigkeit in Christus geoffenbart, daß er gerecht ist und den an Christus gläubigen gerecht macht. 

3,21-25 Weil alle Menschen vor Gott schuldig sind und ihnen die lebensnotwendige Anerkennung Gottes fehlt, bleibt nur ein Weg der Erlösung, nämlich der aufgrund von Gnade durch den Glauben an Christi Sühnopfer am Kreuz. 

3,25-26: Gott ist gerecht: sein Innehalten gegenüber den Sünden der vergangen Zeiten war ein Innehalten aufs Kreuz hin. 

3,26: Gott macht gerecht, nicht durchs Gesetz, sondern allein durch den Glauben an Christus. 

3,27-4,25 Abraham und David belegen, daß Selbst-Ruhm und Gesetzeswerke ausgeschlossen sind und daß Juden und Heiden nur durch Gnade und Glauben gerecht werden. 

3,27-4,8 Ruhm und Gesetzeswerke sind ausgeschlossen, Gottes Gnade und der Glaube an ihn führen zum Gerechtsein vor Gott.

4,9-25 Abraham ist in seinem Glauben an Gottes Verheißung zum Vater der erlösten Juden und Heiden geworden.

5,1-11 Gerechtgemacht durch den Glauben haben wir Frieden mit Gott und rühmen uns der Hoffnung der Gottesherrlichkeiit, der Trübsale, ja Gottes selbst.

5,12-21 Adam und Christus stehen als Häupter zweier Menschheiten einander gegenüber: Adam brachte Sünde, Tod und Verdammnis über alle in Adam, Christus brachte Gnade, Leben und Rechtfertigung über alle in Christus.

6,1-8,39 Der Gläubige ist der Sünde und auch dem Gesetz gestorben. Er soll nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist leben. Sein jetziges Leben ist ein Leben mit Leiden in der gewissen Hoffnung auf die zukünftige Herrlichkeit.

6,1-23 Gläubige sollen die Tatsache, daß sie unter der Gnade sind, nicht mißverstehen, daß sie damit die Erlaubnis hätten, weiter zu sündigen. Sie sind mit Christus gekreuzigt, gestorben, in der Taufe begraben und dann auch mit ihm zu einem neuen Leben auferstanden. Darum sind sie der Sünde abgestorben und sollen nun für Gott und in Gerechtigkeit leben. 

7,1-25 Das Gesetz kann nur auf Lebenszeit über einen Menschen herrschen. Durch ihre Einheit mit Christus in seinem Tod sind die Gläubigen dem Geltungsbereich des Gesetzes entstorben, damit sie durch die Einheit mit Christus in seinem Leben für ihn leben und Frucht bringen.  Das Fleisch ist nicht reformierbar und nicht zu bessern, die in ihm wohnende Sünde macht das unmöglich. Nur die Erlösung von dem Leibe des Todes bringt auch eine Erlösung von der Sündhaftigkeit. 

8,1-14 Darum gibt es kein Verdammungsurteil für diejenigen, die sich in Christus befinden. Aber die Gläubigen sind nun auch verpflichtet, sich vom Geist Gottes leiten zu lassen. Sie sollen nicht nach dem  Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist und die Werke des Fleisches töten. 


8,15-39 Wer den Geist Gottes empfängt, wird dadurch zum Kind Gottes und Miterben Christi. Ihr Weg führt wie bei Christus durch Leiden zur Herrlichkeit. Sie haben Anteil am Leiden dieser Weltzeit in Solidarität mit der gefallenen Schöpfung bis zum Offenbarung ihrer Kindschaft, der Erlösung ihres Leibes in der Auferstehung. Die gesamte Schöpfung sehnt sich nach diesem Tag, da auch sie frei werden wird von der Vergänglichkeit. Nichts kann die Auserwählten Gottes von der Liebe Gottes scheiden, alles muß ihnen zum Besten dienen.

9,1-11,36 Gottes Weg mit Israel

9,1-5 Paulus wünscht sich sehnlichst und erfleht die Errettung Israels.

9,6-16 Nicht alle leiblichen Israeliten sind Kinder Gottes, sondern nur die Kinder der Verheißung, d.h. die von Gott in seiner Gnade Auserwählten.

9,17-29 Gott erbarmt sich, wessen er will, und verstockt, welchen er will. Gott hat als Töpfer Macht, Gefäße des Zorns und Gefäße der Barmherzigkeit zu schaffen. So kam es, daß er einen Teil der Nachkommen Israels erwählt hat, nämlich einen Rest, und daß er gleicherweise aus den Heidennationen Menschen zu seinem Volk dazugesellt hat, die vorher nicht sein Volk waren.

9,30-10,21 Israel hat zwar dem Gesetz der Gerechtigkeit nachgetrachtet, aber als Volksganzes es nicht erreicht, weil es die Gerechtikgeit aufgrund der eigenen Werke suchte und nicht aufgrund des Glaubens an den Messias Jesus, dem Ziel des Gesetzes. Wenn man von Herzen an Jesus als auferstandenen Messias glaubt, so wird man gerecht. Wenn man mit dem Munde bekennt, daß Jesus der wahre Gott und Herr ist, dann wird man gerettet. Dieser rettende Glaube wird aus dem verkündigten Evangelium geboren.

11,1-10 Gott hat sein Volk Israel nicht verstoßen, denn es gibt einen von ihm aufgrund von Gnade auserwählten Rest, zu dem auch Paulus gehört.  Die anderen sind als Vergeltung für ihre Sünden zeitweilig verstockt.

11,11-32  Diese verstockten Israeliten sind nicht gestrauchelt, damit sie für immer fallen sollten, sondern durch ihren Fall wurde der Weg frei für die Evangelisierung aller Nationen. Temporär verstockte Israeliten können nun die zum lebendigen Gott bekehrten Heiden sehen und ihnen nacheifernd Jesus ebenfalls als Messias annehmen. Wenn die Fülle der Nationen zum Heil in Christus eingegangen sein wird, dann hört die zeitliche und teilweise Verstockung Israels auf und ganz Israel wird sich zum wiederkommenden Jesus als seinem Messias bekehren.

11,33-36 So wie Paulus seine Belehrung über Gottes Wege mit Israel flehend begann, so schließt er anbetend: Die Lehre von Gottes Erwählung und Erbarmen sprengt alles menschliche Denken, sie wird nur anbetend mit dem Herzen erfaßt und bestaunt.

12,1-15,13 Die Geretteten sollen sich dem Herrn weihen und ihm im praktischen Leben immer ähnlicher werden.

12,1-2 Diejenigen, die Gottes Erbarmungen erlebt haben, sollen diese mit völliger Hingabe an Gott beantworten und sich permanent umgestalten lassen.

12,3-13 Das Leben der Gläubigen in der Gemeinschaft der Gemeinde

12,14-13,7 Das Leben der Gläubigen in der Welt: Sie sollen ihre Feinde lieben (12,14-21) und der Obrigkeit untertan sein (13,1-7).

13,8-10 Die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes Gottes und eine schuldige Pflicht für jeden Gläubigen.

13,11-14 Weil unser Heil nähergerückt ist, sollen wir schlechte Werke wie schmutzige Kleider ablegen und stattdessen Christus angezogen haben.

14,1-15,13 Die Starken im Glauben sollen auf die Schwachen im Glauben liebend Rücksicht nehmen. Aber es soll auch nicht zu einer Diktatur der Schwachen kommen, die trotz ihrer Schwäche ein starkes Auftreten haben. Es ist erlaubt, Fleisch zu essen und Wein zu trinken, und man kann auch alle Tage gleich halten. Aber die wichtigste Lebensregel für Gläubige ist, nach der Liebe zu handeln, seien sie nun schwach oder stark im Glauben.

15,14-16,27 Briefabschluß:

15,14-33 Paulus will nun mit der Kollekte für die Armen nach Jerusalem reisen, dann zu den Römern kommen, um schließlich mit ihrer Hilfe in Spanien zu missionieren.

16,1-24 Auch wenn der Apostel die Gemeinde in Rom noch nicht besucht hat, so zeigt die lange Grußliste doch sein vielen Verbindungen hin nach Rom.

16,25-27 Paulus schließt den Brief Gott preisend ab.

2. Für die Einleitungsfragen bedeutsame Aussagen des Briefes

1,1-6 Paulus ist der Verfasser.

1,6 Er schreibt allen Christen in Rom, die mehrheitlich Heidenchristen sind. Aber es gab auch Judenchristen, wie z.B. den in Röm 16,3 gegrüßten Aquila (vgl. Apg 18,2).

1,11-15 Paulus war noch nicht in der christlichen Gemeinde in Rom, will sie aber gerne kennenlernen und die Christen dort stärken. Der Wunsch, nach Rom zu reisen, war nach Apg 19,21 schon in Ephesus vorhanden. Siehe auch die Reisepläne in Röm 15,22-28.

12,12.14.17-18-21 + 13,1! Es gibt in diesen Versen Hinweise auf Verfolgungen, die aber noch nicht systematisch und umfassend, sondern erst noch sporadisch und mehr "zufällig" erscheinen. Es könnte aber auch ein erstes Brodeln gewesen sein, das schlimmere Ausbrüche ankündigte.

15,19-20.23-25.26 Von Jerusalem bis Illyrien hat Paulus das Evangelium verkündigt, seine missionarische Aufgabe in diesen Gebieten sieht er als erfüllt an. Da die Gemeinde in Rom von jemand anders gegründet wurde und Paulus nicht in fremde Arbeitsgebiete eingreifen will, war er verhindert nach Rom zu gehen. Aber nun möchte er über Jerusalem nach Rom und mit römischer Unterstützung dann nach Spanien, um dort ein neues Arbeitsgebiet zu eröffnen. Die Geldsammlung von Gemeinden aus Mazedonien und Achaja für die sozial schwachen unter den Christen in Jerusalem ist der Grund, warum Paulus erst nach Jerusalem will.

15,30-31 Paulus weiß, daß seine Jerusalemreise gefährlich werden kann und sucht deshalb um Fürbitte an.  Vergleiche auch die zuvor von die Schwierigkeiten, die Paulus zuvor in Apg 19 und 20,3 durchleiden mußte.

16,1 Phöbe, die wohl den Brief mitnahm, war im Dienst der Gemeinde zu Kenchreä, eines korinthischen Hafens. Von daher ist der Römerbrief wahrscheinlich in Korinth abgefaßt. Dazu paßt auch Vers:

16,23 Einen Gajus kennen wir aus 1 Kor 1,14: Der Name kommt häufig vor, aber Röm 16,1 als Hinweis auf Korinth in Verbindung mit dem in der Gemeinde so bekannten Gajus (meine und der ganzen Gemeinde Gastgeber) macht wahrscheinlich, daß es derselbe Gajus ist. Auch passen die anderen oben angeführten Begleitumstände des ganzen Römerbriefes gut zu dem Ende der sogenannten dritten Missionsreise des Paulus und dem Ort Korinth.

Zur Chronologie kann man feststellen, daß der Brief von Paulus auf dem Ende der dritten Missionsreise zu dem Zeitpunkt von Apg 20,2-3 abgefaßt worden ist, nach der Vollendung der Kollekte in Mazedonien und Achaja und damit auch nach dem 1. und 2. Korintherbrief, wahrscheinlich zeitlich dicht vor dem Aufbruch nach Jerusalem. Weil er die Römer nicht kannte, entfaltet er die ihm von Gott gegebene Schau des Evangeliums vor ihren Augen, so daß er damit seinen Rombesuch vorbereitet und die Gemeinde vielleicht auch gewinnt zur Unterstützung seiner geplanten Spanienmission.